Archive for Februar, 2006
Von Karneval und anderen Beerdigungen
Es gab in den letzten fünf Jahren zwei Anlässe zu denen ich eine Krawatte getragen habe: Beerdigungen und Karneval.
Eigentlich eine hübsche Dialektik – Beerdigungen sind meist so unerträglich traurig, dass es weh tut und Karneval ist eigentlich immer so unerträglich lustig, dass … naja …
Gestern bin ich so wieder auf Arbeit gestiefelt, eine alte Krawatte im Rucksack um den Mädels eine Freude zu machen (und von anderen abschneidbaren Teilen abzulenken). Während es bei Beerdigungen eher unvorteilhaft ist, dass ich keinen Krawattenknoten kann, war es gestern kein Problem: Ungeduldig mit der Schere klappernd banden mir die netten Ladies das Ding sogar perfekt, bevor es fachfrauisch gekürzt wurde. Noch eine Ladung bunte Papierschnipsel verteilt, ein “Helau” intoniert und Weiberfastnacht 2006 war überstanden.
Wer nun glaubt, dass ich Karneval nicht mag – mit seiner militärisch-zackigen Lustigkeit auf wollemersereinlasse-Befehl, der sei erinnert, dass ich mich ja sogar kostümiert hatte! Wenns auch nur mit einer Krawatte war!
Die Karawane zieht weiter …
Gottseidank!
Huskymo
Meine 5jährige Nichte war heute bei einem Schlittenhunderennen. Als Zuschauerin. Mit ihren Eltern.
Wieder heimgekehrt erzählte sie mir am Telefon ganz aufgeregt davon und dass sie einen “Huskymo” mitgebracht hätte. (Ich fand die linguistische Verschmelzung von Husky und Eskimo bemerkenswert!) Das Tier ist zwar aus Plüsch, aber es bellte tatsächlich am Telefon, wobei ich hier dann doch meine Nichte im Verdacht hatte. ![]()
Später besuchte sie mich und stellte mir ihren neuen Spielgefährten vor und ich bestaunte den “Huskymo mit dem weichen Fell”, worauf sie ob ihres ungebildeten Onkels die Stirn runzelte und meinte: Das ist doch kein Huskymo, sondern ein Husky und er heisst Lassie!”
![]()
![]()
![]()
Eine Runde Schiggen für die Chicks
Letztens bin ich mal nachts auf einem dieser Telefonspiele-Sender hängengeblieben. Zwei junge, nicht unattraktive Ladies gaben einen Buchstaben vor und dazu in etwa den Satz “Was wir gestern gegessen haben.” Zum Anfüttern gabs ein G und der erste Anrufer löste gleich auf: “Gulasch”. Angeblich war ihm das spontan eingefallen. Nun gut, ich hätte wohl eher an “Geraspeltes Birnenkompott” oder “Graupensuppe mit Möhrchen” gedacht – aber egal. Vielleicht war der Anrufer auch nur Mehmet, der Schwager der linken Blondine da auf der Mattscheibe.
Dann wurde es höllisch schwierig: “S”. Nachdem die einfachsten Begriffe, wie “Suppe” oder “Spinat” per Anrufer aus dem Rennen waren, ließen die Mädels verlautbaren, dass es sich um was ganz ekliges handelt. Nun gut, wenn die beiden sowas essen. – Mich durchfuhr es: “Saumagen!” … und mein Blick wanderte zum Telefon. Ok, der Blick war nur angetäuscht – ich widmete mich wieder der Sendung und erfuhr von Leckereien, wie “Scampis”, “Seegarnelen” oder “Sushi”. Alles falsch.
Aber die Pointe ließ nicht lange auf sich warten als Karl-Rudi aus Herne* anrief und in Gedanken schon den Jackpot bei seinem Ferrarihändler ausgebend in sein Telefon nuschelte: “Schiggen Mäck Naggeds.”
Ok, die beiden Chicken waren sichtlich amused.
—-
* Namen und Ort von der Redaktion geändert.






