Realbillys Murmeltiertexte

Nachts sind alle Tasten grau.

Archive for Juli, 2009

“Call Off Krawuttke” – Weiter im Telefongame

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Viel zu lange war es jetzt viel zu ruhig um Frau Krawuttke und ihr Telefon. Wie ein Naturgesetz musste neuerliches Unheil nahen. In Form von ihm. Herrn Krawuttke. Auf meiner Arbeitsstelle.

Ein telekommunikativ drangsaliertes Wesen erklärte mir da, dass der von mir vor zweieinhalb Jahren mühsam erkämpfte Krawuttkesche Telefonanschluss nun gesperrt sei und ein Anwaltsschreiben mit einer letzten Frist zur außergerichtlichen Einigung vorläge … Und Krawuttkes wären nicht Krawuttkes, wenn sie sich da irgendeinen Rat wüssten, ich sollte also wieder einmal herhalten. – Prima!

Die Vorgeschichte: Vor ein paar Wochen klingelte ein adrett gekleideter Herr mit vorzüglichsten Manieren und einnehmendem Aussehen bei der armen Frau K. Der Zeitpunkt war nach ihrer Aussage völlig unpassend und deshalb bat Frau Krawuttke den Herrn erst einmal herein. Machen wir ja alle so, wenns uns so gar nicht passt. Drinnen wurde ihr dann ein phänomenal günstiger Telefonvertrag angeboten. Die betreffende, unter Opferung jeglicher Eigeninteressen, dermaßen am finanziellen Wohle ihrer Kunden interessierte Firma steht vermutlich kurz vor der Eintragung als gemeinnütziger Verein. Das konnte sich Frau Krawuttke natürlich nicht entgehen lassen und sie tauschte den hart erkämpften Telefonanschluss (vgl. Blogeinträge Anfang 2007) jubilierend gegen diese eigentlich fast kostenlose Kommunikationsverbindung. Nach einiger Zeit trafen dann ein neues Telefon und verschiedene Schriftstücke, die u. a. eine neue Telefonnummer für Krawuttkes enthielten, ein. Dies war der guten Frau dann doch zu viel und sie betraute mich mit Anrufen bei der Telekom-Hotline und dem Verfassen von Kündigungsschreiben, die auch anerkannt wurden. Später kam dann noch eine Rechnung des neuen ehemaligen Anbieters über eine Beratungspauschale. Gern erinnern wir uns an den adretten, hübschen Herrn. Sind Krawuttkes doch recht freigiebig bei der Verteilung ihrer Unterschriften unter Verträge, so sind sie dagegen ein bisschen knausrig, wenn es dann um ihr Geld geht und sie verweigerten die Zahlung. Das Ende vom Lied: Mahnung, Schreiben vom Rechtsanwalt mit einer letzten Frist zur außergerichtlichen Einigung … und während dieser ganzen Zeit lief die Kündigung des Telekomanschlusses, den diese Firma in Auftrag gegeben hatte. Ein Schreiben des rosa Riesen, in dem dieser den Wegfall seiner Telekommunikationsleistungen für den Krawuttkeschen Gebrauch ankündigte, wurde von Familie K. mit einem müden Lächeln in die Akten geheftet. Nun ist die Leitung tot und die beiden beharren auf ihrer Meinung, dass dies wegen der unbezahlten Anwaltsrechnung erfolgte.

Nun ist der Karren richtig im Dreck und ich darf endlich auch wieder mitspielen. Hurra.

Zuerst ein Anruf bei der Telekom. “Nennen Sie uns bitte den Grund ihres Anrufes.” – “Rechnung” – “Danke. Geht es um den Telefon- oder den Internetanschluss?” – “Telefon.” – “Rufen Sie gerade von dem betroffenen Anschluss aus an?” – “Um Gotteswillen – NEEEEEEIIIIIIIN!!!!!!!!” … Hier wurden Erinnerungen wach an das Frühjahr 2007 als es Krawuttkes fast gelungen war, meinen kompletten ISDN+DSL-Anschluss zu übernehmen. Nur dem Umstand, dass der mit der Abschaltung bei mir beauftragte T-echniker vorsorglich noch einmal nachfragte, ist es zu verdanken, dass meine Verbindung in die Welt bestehen blieb. Ich hatte im Online-Antrag für Krawuttkes meine Rufnummer als Rückrufmöglichkeit für eventuelle Nachfragen angegeben. Das war damals für die T-Com Grund genug anzunehmen, dass Krawuttkes meine Nummer mit allem Drum und Dran zustände.

Vorläufiges Fazit: Krawuttkes knickten ein und bezahlten die Anwaltsrechnung. Die Telekom bemüht sich die Krawuttkesche Rufnummer (und hoffentlich nicht meine) rückzuportieren …

Wir dürfen wieder gespannt sein.

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Written by Realbilly

Juli 24th, 2009 at 8:28 pm

Posted in Frau Krawuttke

Iwojima-Nacht

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Der Besuch eines Studienfreundes – zwei Historiker unter sich – war nun endlich Anlass, den Status zweier DVD´s von “ungesehen” in “gesehen” zu ändern.  Es handelte sich um die beiden Regiearbeiten Clint Eastwoods über die Schlacht um Iwojima.

Während des Zweiten Weltkrieges wuchs die Bedeutung der Luftwaffen der kriegführenden Mächte.  Da die Reichweiten aber noch relativ bescheiden ausfielen, waren entsprechende Basen in Feindesnähe wichtig und entsprechend umkämpft. Vor allem im Pazifik-Krieg, den man zu großen Teilen in der Luft und zur See austrug erinnern Namen wie Guadalcanal oder eben Iwojima an Schlachten um Inseln mit Flugplätzen. In Europa trug zum Beispiel das zwischen den italienischen Nachschubhäfen und dem afrikanischen Kriegsschauplatz gelegene britisch besetzte Malta den Beinamen “Unsinkbarer Flugzeugträger”.
Das vor dem japanischen Festland gelegene Iwojima (heute loto) sollte den Amerikanern in den letzten Kriegsmonaten als Basis für Angriffe auf Japan dienen. Diese Bedeutung hatten natürlich die japanischen Verteidiger erkannt und versuchten mit 21.000 Mann, verschanzt in einem Tunnelsystem, die Insel zu halten. Der alles beherrschende erloschene Vulkan Suribachi wurde mit Artilleriestellungen bestückt. Über einen Monat dauerten die Kämpfe, gut 200 Japaner überlebten das Inferno, von den 100.000 angreifenden Amerikanern starben etwa 8000.

Die Filme aus dem Jahre 2006 nähern sich dem Thema sowohl von amerikanischer als auch von japanischer Seite. “Flags of our fathers” berichtet von der amerikanischen Flagge, die nur 4 Tage nach Beginn der Kämpfe auf dem Suribachi gehisst wurde. Dabei entstand eines der bekanntesten Fotos des Zweiten Weltkrieges, welches die Beteiligten  von hinten zeigt, wie sie den Flaggenmast in die Höhe stemmen. Da zum damaligen Zeitpunkt Kriegsmüdigkeit in der amerikanische Bevölkerung um sich griff und dieses Foto in den Zeitungen einigermaßen Enthusiasmus entfachte, schickte man drei überlebende Beteiligte auf eine beispiellose Propagandatour durch die Vereinigten Staaten. Blöd nur, dass das Foto – wie bei Propaganda nicht unüblich – gestellt war und die ursprünglichen Flaggenhisser schon gefallen waren. So tourten nun drei “Helden” durch die Ballsäle und Stadien, die mehr zufällig auf das zweite Foto geraten waren oder schlichtweg in der Nähe standen.
Die Filmhandlung springt fast unerträglich oft durch die Zeit – zwischen den Gefechten auf Iwojima, der Propagandatour und den Schicksalen der Drei in der Nachkriegszeit sowie einem Recherche-Handlungsstrang in der Gegenwart hin und her. Diese drei Personen sind übrigens real, auch die Geschichte des Fotos.

Viel besser fand ich da “Letters from Iwo Jima”, der die Schlacht aus japanischer Sicht thematisiert. Zeitsprünge gibt es auch hier, aber sehr moderat und nur zwischen drei Punkten: Gegenwart, Schlacht und kurz vor der Schlacht in Japan. In der Rahmenhandlung finden Historiker unzählige auf der Insel vergrabene Briefe eines japanischen Soldaten an seine Frau. Dieser Soldat ist auch der Held des Films. Daneben werden noch zwei interessante historische Persönlichkeiten skizziert. Generalleutnant Tadamichi Kuribayash war der Oberbefehlshaber der Verteidiger. Er tritt im Film als moderner und humaner Vorgesetzter auf, der aber von vielen seiner Offiziere nur widerwillig respektiert wird. Daneben dient auf der Insel auch der japanische Sportreiter Baron Takeichi Nishi. Der schillernde Offizier war 1932 Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Los Angeles und 1936 Teilnehmer der Spiele in Berlin. Auch er fiel im Kampf auf Iwojima.

Der Film aus japanischer Sicht war sehr beeindruckend, während “Flags of our fathers” durch die vielen Rück- und Vorblenden zerstückelt wirkt und verwirrt.

Später versuchten wir uns noch im PC-Spiel “Strategic Command – Pacific Theater” per LAN am Iwojima-Szenario “Operation Detachement”. Als japanischer Befehlshaber gelang es mir bis zum Ende der Kämpfe das Hauptquartier zu halten, das Spiel endete unentschieden. Im richtigen Leben dagegen gab es damals ganz klare Sieger.

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Written by Realbilly

Juli 14th, 2009 at 1:08 am

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