Realbillys Murmeltiertexte

Nachts sind alle Tasten grau.

Archive for the ‘Allgemein’ Category

Iwojima-Nacht

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Der Besuch eines Studienfreundes – zwei Historiker unter sich – war nun endlich Anlass, den Status zweier DVD´s von “ungesehen” in “gesehen” zu ändern.  Es handelte sich um die beiden Regiearbeiten Clint Eastwoods über die Schlacht um Iwojima.

Während des Zweiten Weltkrieges wuchs die Bedeutung der Luftwaffen der kriegführenden Mächte.  Da die Reichweiten aber noch relativ bescheiden ausfielen, waren entsprechende Basen in Feindesnähe wichtig und entsprechend umkämpft. Vor allem im Pazifik-Krieg, den man zu großen Teilen in der Luft und zur See austrug erinnern Namen wie Guadalcanal oder eben Iwojima an Schlachten um Inseln mit Flugplätzen. In Europa trug zum Beispiel das zwischen den italienischen Nachschubhäfen und dem afrikanischen Kriegsschauplatz gelegene britisch besetzte Malta den Beinamen “Unsinkbarer Flugzeugträger”.
Das vor dem japanischen Festland gelegene Iwojima (heute loto) sollte den Amerikanern in den letzten Kriegsmonaten als Basis für Angriffe auf Japan dienen. Diese Bedeutung hatten natürlich die japanischen Verteidiger erkannt und versuchten mit 21.000 Mann, verschanzt in einem Tunnelsystem, die Insel zu halten. Der alles beherrschende erloschene Vulkan Suribachi wurde mit Artilleriestellungen bestückt. Über einen Monat dauerten die Kämpfe, gut 200 Japaner überlebten das Inferno, von den 100.000 angreifenden Amerikanern starben etwa 8000.

Die Filme aus dem Jahre 2006 nähern sich dem Thema sowohl von amerikanischer als auch von japanischer Seite. “Flags of our fathers” berichtet von der amerikanischen Flagge, die nur 4 Tage nach Beginn der Kämpfe auf dem Suribachi gehisst wurde. Dabei entstand eines der bekanntesten Fotos des Zweiten Weltkrieges, welches die Beteiligten  von hinten zeigt, wie sie den Flaggenmast in die Höhe stemmen. Da zum damaligen Zeitpunkt Kriegsmüdigkeit in der amerikanische Bevölkerung um sich griff und dieses Foto in den Zeitungen einigermaßen Enthusiasmus entfachte, schickte man drei überlebende Beteiligte auf eine beispiellose Propagandatour durch die Vereinigten Staaten. Blöd nur, dass das Foto – wie bei Propaganda nicht unüblich – gestellt war und die ursprünglichen Flaggenhisser schon gefallen waren. So tourten nun drei “Helden” durch die Ballsäle und Stadien, die mehr zufällig auf das zweite Foto geraten waren oder schlichtweg in der Nähe standen.
Die Filmhandlung springt fast unerträglich oft durch die Zeit – zwischen den Gefechten auf Iwojima, der Propagandatour und den Schicksalen der Drei in der Nachkriegszeit sowie einem Recherche-Handlungsstrang in der Gegenwart hin und her. Diese drei Personen sind übrigens real, auch die Geschichte des Fotos.

Viel besser fand ich da “Letters from Iwo Jima”, der die Schlacht aus japanischer Sicht thematisiert. Zeitsprünge gibt es auch hier, aber sehr moderat und nur zwischen drei Punkten: Gegenwart, Schlacht und kurz vor der Schlacht in Japan. In der Rahmenhandlung finden Historiker unzählige auf der Insel vergrabene Briefe eines japanischen Soldaten an seine Frau. Dieser Soldat ist auch der Held des Films. Daneben werden noch zwei interessante historische Persönlichkeiten skizziert. Generalleutnant Tadamichi Kuribayash war der Oberbefehlshaber der Verteidiger. Er tritt im Film als moderner und humaner Vorgesetzter auf, der aber von vielen seiner Offiziere nur widerwillig respektiert wird. Daneben dient auf der Insel auch der japanische Sportreiter Baron Takeichi Nishi. Der schillernde Offizier war 1932 Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Los Angeles und 1936 Teilnehmer der Spiele in Berlin. Auch er fiel im Kampf auf Iwojima.

Der Film aus japanischer Sicht war sehr beeindruckend, während “Flags of our fathers” durch die vielen Rück- und Vorblenden zerstückelt wirkt und verwirrt.

Später versuchten wir uns noch im PC-Spiel “Strategic Command – Pacific Theater” per LAN am Iwojima-Szenario “Operation Detachement”. Als japanischer Befehlshaber gelang es mir bis zum Ende der Kämpfe das Hauptquartier zu halten, das Spiel endete unentschieden. Im richtigen Leben dagegen gab es damals ganz klare Sieger.

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Written by Realbilly

Juli 14th, 2009 at 1:08 am

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Das Internet quietscht

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Das Leben lebt von Gegensätzen: Weiß wäre ohne seinen Kontrast zu schwarz nicht halb so blütenweiß, wie wir es kennen. Ungelogen. Ein ebenfalls gelungener Kontrast ist zum Beispiel der chinesische Irgendwas-naut, der mit seinem Fähnchen im All wedelt, während sein Land Entwicklungshilfe einstreicht. Oder, wie vor kurzem in einem Artikel gelesen, High-Tech-Erfindungen  im Konsumsektor vs. quietschende Schuhe.

Quietschende Schuhe???

Seit einer Woche wird jeder meiner Schritte unüberhörbar dokumentiert. Nichts hilft. Ich änderte sogar meinen Gang, was ich sehr schnell aufgab als ich mitleidige Blicke wegen einer vermuteten Beinverletzung erntete.

…. etwas schneller quietschte ich heute als an unseren öffentlichen Internetarbeitsplätzen selbiges ausgefallen war. Bevor ich aber zur Fehlersuche losquietschen konnte, bekam ich von einem Nutzer noch einen wertvollen Tipp, der zukünftige Ausfälle verhindern sollte: “Kaufen Sie sich doch einen Internetprovider!”

Ok, in Zeiten der Finanzkrise vielleicht sogar bald realisierbar …

(Anmerkung: Wie sich später herausstellte meinte er einen WLAN-Router.)

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Written by Realbilly

Oktober 10th, 2008 at 10:48 pm

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Das Duell

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Bundesweiter Tag des offenen Denkmals war heute. Polizei, Bildung, Rauchverbote – alles ist Ländersache, aber das sonntägliche Aufreißen von Denkmaltüren regelt der Bund. Ich boykottiere das ja, schaue mir nie ein geöffnetes Denkmal an diesem Tag an, habe einfach besseres zu tun. Die letzten fünf bis zehn Jahre habe ich z. B. immer das Denkmal, in dem ich arbeite, interessierten Besuchern nahegebracht.

So auch heute.

Irgendwann betrat ein Pärchen mittleren bis fortgeschrittenen Alters das Haus. Ich bin beim schätzen immer so schlecht. Sechzehnjährige schätze ich meist auf Mitte 20 und Mittezwanzigjährige auf Fuffzig. Oder 49.

Dem fortgeschrittenen Pärchen begann ich also ein paar Kleinodien zu erklären, was sich aber als schwieriges Unterfangen erwies. Jedes Mal wenn ich Luft holte und ansetzte brach “sie” lautstark in wahre Begeisterungsstürme über das gerade erblickte aus: “Mein Gott, ist das aber toll. Das haben sie aber schön rekonstruiert hier ….” Also verstummte ich, wartete einige Sekunden ab, in denen “sie” auch wirklich ruhig blieb, holte Luft und … “Haaaach, schau nur Hans-Dieter, schau!”

Nun waren Tricks gefragt! Der erste Versuch ohne Luft zu holen zeigte keinen Erfolg. Versuchsreihe zwei: Desinteressiert in der Gegend herumschauen, um dann urplötzlich wie ein Papagei, dem sein Pirat eine mit dem Enterhaken verpasst hat, loszusprechen. Fehlanzeige – “Da haben sie aber etwas sehr schönes hier! Das hätte ich in diesem Hause aber gar nicht erwartet!”

Dann also harte Bandagen! Ich ließ sie reden und erklärte einfach parallel dazu weiter bis ihr Mann mich freundlich anlächelte und etwas genervt auf seine Frau deutete: “Entschuldigen Sie bitte. Was haben Sie gesagt? Ich habe Schwierigkeiten damit zu folgen, wenn zwei Menschen gleichzeitig sprechen.”

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Written by Realbilly

September 14th, 2008 at 9:13 pm

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Der …oppende Biker

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Und wieder eine dieser Nächte, in denen ich durch das Fernsehprogramm zappe, um dann bei einer dieser Gewinnshows hängenzubleiben:

Moderatorin: “Was machst Du denn gerade?”
Anrufer: “Trinken.”
Moderatorin: “Du betrinkst Dich?”
Anrufer: “Ja.”
Moderatorin: “Alleine?”
Anrufer: “Neee, mit meiner Freundin. Wir trinken und rufen dauernd an.”
Moderatorin leicht panisch: “Oooh …. aaah, aber nicht vergessen ein Limit zu setzen! – Und nun Deine Lösung bitte.”
Der Anrufer nennt die richtige Lösung (Tier mit Doppelbuchstaben: Affe) und – tatatataaa – darf sich Geldpakete aussuchen. Natürlich nimmt er die größten.
Moderatorin smalltalkend: “Heute ist übrigens Tag des Kusses, habt ihr das gewusst?”
Anrufer: “Ääääh, neeee.”
Moderatorin: “Was habt ihr denn dann jetzt vor?”
Anrufer den ersten Buchstaben vernuschelnd: “…oppen.”
Moderatorin: “Äääh, was?!”
Anrufer: “Shoppen.”
Moderatorin: “Achso, hihihi … äääh … hihi .. ich dachte … ok … Was bist Du eigentlich von Beruf?”
Anrufer: “Beikoch.”
Moderatorin: “Biker? Das ist Dein Beruf?”
Anrufer: “Beikoch. Wir sind in der Ausbildung.”
Moderatorin: “Ausbildung zum Biker??? Gibts sowas??”
Anrufer: “Beikooooooch!!!!!”

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Written by Realbilly

Juli 6th, 2008 at 1:37 am

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Ich bin Eule – aber sowas von!

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Am 22. März erschien in Spiegel-Online ein neuerlicher Artikel zur Eulen-Lerchen-Problematik:

Link: Trost für Eulen und Lerchen

Danach ist es genetisch vorbestimmt, ob man zu Früh- oder Spätaufstehern gehört. Letztere sind wiederum Lang-Schläfer, was gemein(hin) mit Viel-Schläfern verwechselt wird. Mittels eines einfachen Hauttestes ist der Gentyp zweifelsfrei nachweisbar …

Ich brauche den Hauttest nicht, weil ich unverkennbar und durch und durch Eule bin. Schlecht ist nur, dass die Lerchen auf der moralisch überlegenen Seite flattern. Dies resultiert aus archaischen Traditionen, als es noch keine Glühlampen gab und der Mensch den Beginn seines Tagwerkes danach ausrichtete, wann das Nutzvieh zu frühstücken geruhte. “Der frühe Vogel fängt den Wurm!” – Was aber, wenn der Vogel im Morgengrauen noch an völliger Appetitlosigkeit leidet? Ganz abgesehen davon ist ein sich ringelnder Wurm auf dem knusprigen Frühstücksbrötchen auch nicht gerade das Nonplusultra um den Tag zu beginnen.

Der Spiegel bezeichnet den werktäglichen Zustand der Eulen als “sozialen Jetlag”. Ich kumuliere mein Schlafdefizit an jedem Wochentag um mindestens drei Stunden. Da reicht kein Wochenende um das wieder auszugleichen. Versucht man es trotzdem, sind die Lerchen schnell herbeigeflogen und tirilieren etwas von “Faulpelz” und “Schlafmütze”. Das grenzt an biorhythmischen Rassismus!

Bei den Lerchen umfasst ein Tag auf der inneren Uhr weniger als 24 Stunden, bei den Eulen 24+X. Ich versuche seit Jahren mir dieses X abzugewöhnen, es bleibt statisch und wehrt sich vehement mit aller Macht meiner Gene, frei nach Shakespeare: “Es siegt die Nachtigall und nicht die Lerche.”

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Written by Realbilly

März 25th, 2008 at 9:22 pm

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Der Blaue-Pillen-Slogan

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Auf der Arbeit. Ein Laserdrucker weigerte sich seiner Normaltätigkeit nachzugehen und erfreute stattdessen die Nutzerin mit einer lustigen und mindestens genauso kryptischen Fehlermeldung im Display. Als Systemadministrator erschien ich am “Tatort”, aus Platzmangel war hier der Drucker unter dem Schreibtisch platziert. (Achtung: Dieses Detail ist für das Verständnis der Story wichtig!)
Ich setzte mich also an den Arbeitsplatz und versuchte die Meldung zu entschlüsseln und den Fehler zu beheben. Als die Kollegin, die kurz den Raum verlassen hatte, wiederkam, hatte ich es tatsächlich hinbekommen und beantwortete ihre Frage nach der Lage mit “Also, wenn ich so nach unten schaue, dann sieht das jetzt richtig gut aus.” Wir einigten uns dann darauf, diesen Satz diversen Werbeagenturen als Viagra-Slogan anzubieten.
Ich erklärte der Kollegin, dass ein einfaches Netzstecker ziehen und wieder einstecken, die Lösung des Problems war, worauf sie meinte: “Wie? Raus, rein und das reicht?”
Ok, wer von uns war besser? :-)

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Written by Realbilly

März 8th, 2007 at 11:52 pm

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… und jährlich grüßt das Krawattentier.

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Einmal im Jahr wühle ich in Opas Schrank und fördere eine Krawatte als Erbstück zutage. So auch gestern. Was ich da fand war ein wirklich geschmackvolles Exemplar aus der berühmten Modekollektion “Red Dragon”, so stand es zumindest auf dem angenähten Schild. “Stand” in der grammatikalischen Vergangenheit deshalb, weil es dieses hochwertige Kleidungsstück nicht mehr gibt, denn hier geht es – wie der geneigte Leser sicher schon unschwer festgestellt hat – um den seltsamen Brauch der Weiberfastnacht.

Selbst das zur Krawatten-Tarnung angezogene, in etwa tongleiche Hemd nützte nicht viel, die Närrinnen – haha, und das darf ich sogar vollen Ernstes und ungestraft sagen, zückten die Schere und übrig blieb …

Krawattentier

Helau!

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Written by Realbilly

Februar 15th, 2007 at 10:03 pm

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Finally online. Ein Rückblick.

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Aufgewachsen in der DDR hatte ich 1987 zum ersten Mal mit PC´s Kontakt. Vorher kannte man allerhöchstens die “Telespiele”, die man an das TV-Gerät anschloss und deren Ping-Pong das Gamerherz höher schlagen ließen. Aber selbst diese waren nur bei Freunden mit freigiebiger Westverwandtschaft zu besichtigen und mit deren Wohlwollen zu nutzen.

Irgendwann musste jeder männliche Jugendliche eine vormilitärische Laufbahnausbildung bei der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) durchlaufen, was im Nachhinein betrachtet doch fatal an die verschiedenen Abteilungen der HJ erinnert. Neben meiner obligatorischen Laufbahn trat ich dann 1987 noch in die Sektion “Computersport” ein. Hier gab es KC 85/3 (KC = Kleincomputer), die mit BASIC liefen und an denen wir erste Programmiererfahrungen sammelten. Aber schon damals begeisterten uns auch Spiele, wie das berühmte Kaiser, dass es als reine Textversion auch für den KC gab. Computersport hieß das ganze deshalb, weil regelmäßig Programmierwettkämpfe durchgeführt wurden.

Der Arbeitsspeicher wurde damals über Datasette gefüttert und genauso speicherte man auch ab. Hierbei handelte es sich um einen stinknormalen Kassettenrecorder, der an den Computer angeschlossen die Befehlsfolgen in Geräusche verschlüsselt (wir kennen das heute noch von Fax oder Modem) auf Kassetten aufnahm. Im DT64 Jugendradio (später mdr Sputnik) gab es eine Sendung, die solche Programme im Radio abspielte, so dass man sie aufnehmen und per Datasette wieder in den KC einspielen konnte. Selbstverständlich waren diese Sendungen kein sonderlicher Hörgenuss.

Zu dieser Zeit konnte ich bei einem Bekannten einen C64 anschauen. Natürlich probierten wir alle verfügbaren Spiele aus und was wir da sahen, stellte den KC recht schnell in den Schatten. Wir mussten uns aber weiter damit begnügen und zum Ende der DDR hin (ab 1988 etwa) hielten in den Schulen langsam Computerkabinette mit den KC´s Einzug. 1990, kurz vor dem endgültigen Ende der DDR, gab es ja wohl sogar noch eine Top-Level-Domain *.dd, die aber wohl nur in Uni-Netzwerken Verwendung fand.

Vom ersten Westgeld kaufte ich mir dann 1990 gleich einen Amiga 500 (für 900 DM = ca. 450 Euro), den ich kurz darauf von den namengebenden 500 kB auf ein sagenhaftes Megabyte RAM erweiterte. Eine Festplatte gab es nicht. Dafür aber Disketten, die viel mehr und effizienter als die Datasette speichern konnten. Als Spielecomputer konzipierte zeigte der Amiga dann doch einige Schwächen als es mir darum ging, Referate und Hausarbeiten für die Uni zu schreiben. Hierfür hatte ich eine Textverarbeitung namens “Documentum” erworben, die zwar Text formatieren konnte, dies aber nicht anzeigte, so dass es dann immer eine Glückssache war.

1996 schrieb ich meine Abschlussabeit dann schon am 1994 erworbenen PC. Dieser besaß 4 MB RAM, 420 MB Festplatte und war mit 66 MHz getaktet. Das war auch schon der Turbomodus, den man auf 33 MHz heruntertakten konnte für Software, die mit solch einem rasenden Prozessor nicht klar kam. MS-DOS, Windows 3.1 und Word 6.0 war damals die Standardsoftware.

An der Uni hatten wir auch einen Informatikkurs, in dem wir den Umgang mit Redabas (= Relationales Datenbanksystem) lernten. Dies war vermutlich ein abgekupfertes dBase. Dort hatte ich auch um 1995 meinen ersten Kontakt mit dem Internet und ich erinnere mich noch, wie ich mich fragte, wofür das eigentlich gut sein soll.

Dann ging alles sehr schnell. Mein eigenes Internet habe ich seit 1997 – damals kostete die Stunde inkl. Telefongebühren in der Nebenzeit 4,80 DM = ca. 2,40 Euro – und seitdem geht ein großer Teil meiner Freizeit in der Beschäftigung mit demselben drauf.

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Written by Realbilly

Januar 10th, 2007 at 11:25 pm

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Fröhliche Weihnachten auf den Osterinseln!

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Dieses Wetter! Bevor ich jetzt runtergehe und bunte Plastik-Ostereier an den Strauch vor meinem Haus hänge, wollte ich euch allen noch ein frohes Weihnachtsfest wünschen.

Außerdem bin ich nicht mehr ganz nüchtern, weil ich bis eben meinem Vater bei den Weihnachtsessenvorbereitungen geholfen habe und dort eine Flasche Ramazzotti recht ungenutzt rumstand, die ich dann ansatzweise ihrem Verwendungszweck zuführte.

Also, in Anbetracht dessen … vielleicht mache ich das mit den Ostereiern ja wirklich, hehe.

Aber ich hab keine. Trotzdem:

Fröhliche Weihnachten!

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Written by Realbilly

Dezember 24th, 2006 at 12:32 pm

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Retrospective 1989 oder “Eleven-Nine”

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Hey, heute ist der 9. November und es jährt sich, gefühlt zum fünfzigsten aber real zum siebzehnten Mal der Tag, an dem Mister Schabowski die Mauer quasi mit dem Hintern im vorbeigehen (“Huch!”) einriss. In diesen Tagen sind die Medien wieder voll von Rückbesinnung – die beiden anderen schicksalshaften Ereignisse des deutschen 9. Novembers (Republikausrufung 1918 und Reichskristallnacht 1938) gehen dabei irgendwie immer bisschen unter. Jedenfalls ist es auch für mich Zeit der Erinnerung wie das damals war im heißen Herbst 1989.

In diesem Herbst 1989 hatte ich das schwere Los eines Erstsemesters an der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig begonnen, welches mit Apfelernte, Marxismus-Leninismus-Vorlesungen und Arbeitseinsätzen zum 7. Oktober (dem 40. Jahrestag der DDR) begann. Naja, was sollte man auch sonst tun – Sonnenstudios gabs nicht, Shoppen gehen war nicht so ergiebig und Autoputzen war ohne Auto auch eher ineffektiv.

Leipzig war im Frühherbst ´89 kalt und versmogt (heute sind viele da versnobt). Ich erinnere mich an quietschende Straßenbahnen, abrissreife leerstehende Gründerzeithäuser und dieses ewige orangene Licht der Straßenbeleuchtung, das gegen den Smog-Nebel ankämpfte. Aber es war schön. Und es kamen neue Eindrücke: LKW´s voller Bereitschaftspolizisten mit Helm und Schild in Nebenstraßen im Zentrum, über zwei Stunden ins Wohnheim laufen weil Montagabend demobedingt keine Straßenbahn mehr fuhr, thermokopierte Zettelchen mit Forderungen oppositioneller Gruppen und eine Studentenparty bei der laut aus dem “Neuen Deutschland” (dem Zentralorgan der SED) vorgelesen wurde. Und alle lachten über die Mentholzigarettenstory.

Dann begann sich alles rasant in seine Bestandteile aufzulösen. Kurzzeitige Gegenbewegungen wie die Unterschriftensammlung “Für unser Land” oder von alkoholisierten Deutschland-Fans mit Schlägen bedrohte pro-DDR-Gruppen innerhalb der Montagsdemos gerieten in den unaufhaltsamen Sog der Geschichte und ein dicker Kanzler deckte sie mit ebenjenem Mantel zu.

Schabowskis Zettelchen war dann nur noch ein kleiner Akt – sozusagen das i-Tüpfelchen auf dem Haufen – der früher oder später sowieso geschehen wäre, in diesem Falle war es dann wohl früher. Mir schien es damals egal, wann da irgendwelche Grenzen, die ich höchstens aus dem Atlas kannte, geöffnet wurden. Viel aufregender fand ich die Entwicklungen innerhalb des Landes. Die erste Fahrt in den “Westen” zeigte dann oft peinliche Landsleute und einen bunten Intershop, der die Dimensionen eines ganzen Landes einnahm. Spalierstehende Einheimische steckten den Einreisenden jubelnd und applaudierend Bananen zu. Zuhause staute sich die Schlange bis zum über 30 km entfernten Grenzübergang. Tankstellen wurden belagert und leergesaugt ….

Aber es war – um mal eine aktuelle Band, für die DDR maximal die Bezeichnung eines Speicherchips ist zu zitieren “Eine geile Zeit.”

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Written by Realbilly

November 9th, 2006 at 8:03 pm

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